STRASSE ODER SCHIENE – DIE ZWEI TRANSPORTWEGE IM VERGLEICH

Transportwege sind ein wichtiger Bestandteil der Logistikbranche. Dabei gibt es zwei Haupttransportwege: Straße und Schiene. Beide haben ihre Vor- und Nachteile und sind für verschiedene Zwecke geeignet. In diesem Beitrag werden die Unterschiede zwischen den beiden Transportwegen beleuchtet und ihre jeweiligen Besonderheiten aufgezeigt.

DIE STRASSE ALS TRANSPORTWEG

Die Straße ist der am häufigsten genutzte Transportweg in der Logistikbranche. Das liegt daran, dass sie flexibel und schnell ist. LKW können fast überall hinfahren und sind nicht auf Schienen oder bestimmte Routen angewiesen. Dadurch können sie auch kleinere Orte erreichen, wo Schienenverkehr nicht möglich ist.

Außerdem sind LKW schneller als Güterzüge, da sie nicht an spezielle Vorgaben wie Fahrpläne gebunden sind. Stattdessen können sie jederzeit losfahren. Das spart Zeit und Kosten. In der Regel sorgen lediglich Staus und die Einhaltung der Ruhezeiten für Verzögerungen. Im Schienenverkehr kommen mehr Faktoren zusammen.

Ein weiterer Vorteil der Straße ist, dass die Transportkosten niedriger sind als bei der Bahn. Außerdem können LKW selbst kleinere Mengen transportieren, was beim Schienenverkehr nicht möglich ist. Dadurch sind sie auch für kleinere Unternehmen und Aufträge geeignet.

Allerdings sind die geringeren Kapazitäten auch ein Nachteil: Züge können mit einer Fahrt viel größere Mengen transportieren. Ein weiterer Minuspunkt bei der Nutzung der Straße als Transportweg ist der hohe Schadstoff-Ausstoß. LKW verursachen mehr CO2 als Züge und tragen somit zur Umweltverschmutzung bei.

Außerdem sind LKW anfälliger für Unfälle als Züge. Das liegt daran, dass sie auf Straßen unterwegs sind, wo es auch andere Verkehrsteilnehmer gibt. Dadurch steigt das Risiko von Unfällen und Schäden an der Ware.

Besonderheiten für Logistikunternehmen

Um den CO2-Ausstoß zu reduzieren, setzen einige Logistikunternehmen auf alternative Antriebe wie Elektro- oder Wasserstoff-LKW. Der Einsatz von Telematik-Systemen zur Optimierung der Routenplanung und des Fahrverhaltens kann ebenfalls dazu beitragen, die Emissionen zu reduzieren.

Ein weiteres Thema für Logistikunternehmen ist die Mautgebühr auf Fernstraßen. Die Mautgebühr wird auf Autobahnen und Bundesstraßen für LKW ab 7,5 Tonnen erhoben und richtet sich nach der Anzahl der Achsen und der Schadstoffklasse des Fahrzeugs. Für Logistikunternehmen bedeutet dies höhere Kosten, die in die Kalkulation der Transportpreise einbezogen werden müssen.

DIE SCHIENE ALS TRANSPORTWEG

Die Schiene ist ein wichtiger Transportweg für den Güterverkehr. Züge können große Mengen an Gütern transportieren. Daher sind sie auf lange Strecken wirtschaftlicher als die Straße.

Dabei sind sie wesentlich umweltfreundlicher als LKW: Sie verursachen pro Tonnenkilometer 80 Prozent weniger CO2 und sind somit eine gute Option für Logistikunternehmen, die auf Nachhaltigkeit achten. Ein weiterer Vorteil der Schiene: Züge sicherer als LKW, da sie auf eigenen Schienen unterwegs sind und somit weniger Risiko von Unfällen besteht.

 

Allerdings gibt es auch Nachteile bei der Nutzung der Schiene als Transportweg. Ein wesentlicher Punkt ist die eingeschränkte Flexibilität und Schnelligkeit. Züge sind an bestimmte Routen und Fahrpläne gebunden und können nicht überall hinfahren. Das bedeutet, dass Unternehmen in der Regel zusätzliche Transportwege nutzen müssen, um die Ware an den Zielort zu bringen. Zudem hat der Personenverkehr Vorrang vor dem Güterverkehr, sodass sich die Weiterfahrt häufig verzögert.

Was ebenfalls die Fahrt verkompliziert: Auf internationalen Strecken muss bei jedem Grenzübergang die Lok gegen eine des Verkehrsunternehmens des jeweiligen Landes getauscht werden. Ein weiteres Problem besteht darin, dass nicht einmal die Hälfte der Grenzübergänge im Schienenverkehr elektrifiziert ist. Dementsprechend müssen zwischen diesen länderspezifischen Wechseln zusätzlich Dieselloks zum Einsatz kommen, um den Zug über die Grenze zu ziehen. Noch dazu müssen Züge in jedem Land neu zugelassen werden.

Außerdem fallen für jeden Meter Schienennutzungsgebühren, sogenannte Trassenpreise an. Solche Gebühren werden mit dem LKW nur auf Fernstraßen fällig, die noch dazu nur einen geringen Teil des Straßennetzes ausmachen.

GÜTERVERKEHR IM DACH-RAUM: LKW DOMINIEREN

Im DACH-Raum wird der Güterverkehr von LKW dominiert. Laut einer Berechnung von Allianz pro Schiene aus dem Jahr 2021 werden in Deutschland nur rund ein Fünftel (rund 19 Prozent) der Güter mit der Bahn transportiert, während über zwei Drittel (rund 72 Prozent) mit LKW befördert werden. In der Schweiz und Österreich ist der Anteil der Bahn höher als in Deutschland (41 und 25 Prozent), dennoch erfolgt auch hier der Großteil des Gütertransports mit dem LKW (59 und 65 Prozent).

Die deutsche Regierung plant, bis zum Jahr 2030 ein Viertel des Güterverkehrs auf der Schiene stattfinden zu lassen. Allerdings geht diese Entwicklung nur langsam voran: Seit 1999 hat sich der Anteil der Bahn beim Gütertransport gerade einmal um 3 Prozentpunkte erhöht. Mit dem Masterplan Schienengüterverkehr des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) soll sich der Marktanteil künftig deutlich steigern.

 

Warum der Transport auf der Schiene im DACH-Raum hinter dem LKW zurückbleibt

Der Transport von Gütern auf der Schiene hat viele Vorteile gegenüber dem Transport auf der Straße. Die Bahn ist umweltfreundlicher, sicherer und kann große Mengen an Gütern transportieren als der LKW. Trotzdem ist der Anteil der Bahn am Güterverkehr im DACH-Raum immer noch gering und die Entwicklung geht nur langsam voran. Warum ist das so?

Einschränkungen der Schiene

Einer der Gründe, warum der Schienengüterverkehr so schlecht vorankommt, sind, wie bereits erwähnt, die Bindung an Fahrpläne und bestimmte Routen sowie eine eingeschränkte Erreichbarkeit der Zielorte. Somit müssen Unternehmen immer auch auf LKW zurückgreifen. Ein Transport rein über die Schiene ist nicht möglich. Dazu kommen die genannten Schwierigkeiten bei Grenzübergängen.

Mangelnde Investitionen

Ein weiterer Grund für den geringen Anteil der Bahn am Güterverkehr ist der Mangel an Investitionen. Die Infrastruktur der Schiene ist in vielen Bereichen veraltet und muss modernisiert werden. Es sind neue Strecken erforderlich, um den Transport auf der Schiene attraktiver zu machen und um das Verkehrsnetz zu entlasten. Auch die Digitalisierung spielt eine wichtige Rolle. Es gilt, Telematik-Systeme, die die Planung und Steuerung der Transporte erleichtern, weiterzuentwickeln.

Regulatorische Hürden

Regulatorische Hürden können ebenfalls problematisch für den Transport auf der Schiene sein. Die Bahn ist in vielen Ländern stärker reguliert als der Straßenverkehr. Das kann dazu führen, dass der Schienengüterverkehr teurer und komplizierter wird. Auch die unterschiedlichen Regelungen in den verschiedenen Ländern können ein Hindernis darstellen.

Wettbewerb mit dem LKW

Ein weiterer Faktor, der den Transport auf der Schiene behindert, ist der Wettbewerb mit dem LKW. Der KW ist flexibler und schneller als die Bahn und kann auch kleinere Mengen transportieren. Dadurch ist er für viele Unternehmen attraktiver als die Bahn.

Die niedrigeren Kosten des LKW sind ein großer Vorteil, da die Bahn oft höhere Gebühren für den Transport verlangt. Dies führt dazu, dass viele Unternehmen sich für den LKW als Transportmittel entscheiden und die Schiene vernachlässigt wird.

Um diesen Wettbewerbsnachteil auszugleichen, müssen die Bahngesellschaften ihre Dienstleistungen verbessern und an die Bedürfnisse der Kunden anpassen. Dazu gehören eine bessere Planung und Organisation der Transporte sowie eine schnellere Abwicklung von Aufträgen.

Auch die Preise sollten konkurrenzfähiger gestaltet werden, um mehr Unternehmen für den Transport auf der Schiene zu gewinnen, insbesondere mit Blick auf die Schienennutzungsgebühren. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Infrastruktur. Die Schienenwege müssen in einem guten Zustand sein und regelmäßig gewartet werden, um eine hohe Zuverlässigkeit des Transports zu gewährleisten.

Außerdem kann der Ausbau der Streckennetze dazu beitragen, dass mehr Unternehmen auf die Bahn umsteigen. Neben diesen Maßnahmen können politische Entscheidungen dazu beitragen, den Güterverkehr auf der Schiene zu fördern. Hierzu zählen beispielsweise Subventionen oder Steuererleichterungen für Unternehmen, die auf die Bahn als Transportmittel setzen. Insgesamt gibt es also verschiedene Ansatzpunkte, um den Güterverkehr auf der Schiene zu stärken und damit einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

 

GÜTERVERKEHR: STRASSE BLEIBT WICHTIGSTER TRANSPORTWEG

Die Frage, ob ein Unternehmen LKW oder doch vorrangig den Schienenverkehr für den Gütertransport nutzen sollte, ist eine komplexe Angelegenheit, die von vielen Faktoren abhängt. Dazu gehören zum Beispiel die Infrastruktur und die Kosten: Der Ausbau von Schieneninfrastruktur kann sehr kostspielig sein, während der Einsatz von LKW auf Straßen bereits eine etablierte Infrastruktur nutzt.

Dieses sind die wichtigsten Faktoren, die miteinbezogen werden müssen bei der Entscheidung, welches Transportmittel für bestimmte Güter oder Strecken am besten geeignet ist:

  • Infrastruktur: Straßenverkehr nutzt Straßen und Autobahnen, während Schienenverkehr auf Schienen und Schieneninfrastruktur wie Gleise und Bahnhöfe angewiesen ist.
  • Flexibilität: Straßenverkehr ist in der Regel flexibler als Schienenverkehr, da LKW und andere Fahrzeuge in der Lage sind, direkt von einem Ort zum anderen zu fahren, während Schienenverkehr auf bestimmte Strecken und Routen beschränkt ist. Der Straßenverkehr ist daher unverzichtbar für die Lieferung von Waren an den Endkunden.
  • Kapazität: Schienenverkehr kann in der Regel größere Mengen an Gütern aufnehmen als Straßenverkehr, da Züge in der Lage sind, mehr Wagen zu transportieren als LKW. Diese sind ideal für kleinere Sendungen und Expresslieferungen.
  • Geschwindigkeit: LKW sind in der Regel schneller als der Güterverkehr auf Schienen. Staus im Straßenverkehr können zu Verzögerungen führen. Beim Güterverkehr auf Schienen verhindern spezielle Bestimmungen eine einfache Durchfahrt.
  • Umwelt: Schienenverkehr ist deutlich umweltfreundlicher als Straßenverkehr, da Züge weniger Emissionen produzieren als LKW und andere Fahrzeuge.
  • Verfügbarkeit: Straßeninfrastruktur ist weit verbreitet und LKW können fast überall hinfahren. Die Schieneninfrastruktur ist vielerorts nicht ausreichend ausgebaut beziehungsweise veraltet und überlastet.
  • Sicherheit: Züge sind in der Regel sicherer als LKW, weil im Straßenverkehr die Wahrscheinlichkeit für Unfälle höher ist.
  • Kosten: Die Kosten für den Betrieb von Schienenverkehr sind in der Regel höher als die Kosten für den Betrieb von Straßenverkehr, da die Schieneninfrastruktur teurer ist als die Straßeninfrastruktur. Das liegt unter anderem an den Trassenpreisen.

Zudem spielen politische und wirtschaftliche Überlegungen eine Rolle. Insgesamt ist es wichtig, dass die Entscheidung, welche Transportwege genutzt werden sollen, auf einer umfassenden Analyse der verschiedenen Faktoren basiert.

So lässt sich sicherstellen, dass die beste Transportlösung für das Logistikunternehmen gefunden wird. In einigen Fällen kann die Kombination aus Straße und Schiene die beste Lösung sein.

Fazit

Es ist wichtig, dass Logistikunternehmen bei der Entscheidung, welcher Transportweg genutzt werden soll, auch die Besonderheiten von Straße und Schiene berücksichtigen. Straßenverkehr eignet sich besser für die Lieferung von Waren an Endkunden oder für Expresslieferungen, während Schienenverkehr besser für den Transport großer Gütermengen über lange Strecken geeignet ist.

Darüber hinaus sollten Logistikunternehmen die Auswirkungen auf die Umwelt berücksichtigen und nachhaltige Transportlösungen in Betracht ziehen. In vielen Fällen kann Schienenverkehr umweltfreundlicher sein als Straßenverkehr, da Züge weniger Emissionen produzieren.

Insgesamt ist es wichtig, dass Logistikunternehmen sorgfältig abwägen, welcher Transportweg am besten geeignet ist, um ihre Güter auf möglichst effiziente Weise zu transportieren. Eine umfassende Analyse der verschiedenen Faktoren ist dafür unverzichtbar.

 

Bildnachweise:

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