Fuhrpark – kaufen, leasen oder mieten: Die Vor- und Nachteile im Überblick

Bezüglich der Finanzierung von Fuhrparks für Logistik-Unternehmen gibt es unterschiedliche Meinungen. Die einen ziehen es vor, Transporter, Gabelstapler und Kräne käuflich zu erwerben. Den anderen ist es lieber, die Fahrzeuge zu mieten. Eine dritte Variante besteht im Fahrzeugleasing.

Keine der Vorgehensweisen ist grundsätzlich besser oder klüger. Während für einige Firmen der Kauf die optimale Lösung ist, können andere eher von einer Anmietung oder vom Leasing profitieren. Hier legen wir dar, welche Vor- und Nachteile die drei Methoden haben und worauf es bei der Entscheidung letztlich ankommt.

VOR- UND NACHTEILE GEKAUFTER FAHRZEUGE

Einer der Pluspunkte beim Kauf von Nutzfahrzeugen liegt auf der Hand: Wer einen Transporter erwirbt, darf diesen als sein Eigentum betrachten. Er kann damit tun und lassen, was er will, ohne durch irgendwelche Restriktionen eingeschränkt zu sein.

Käuflich erworbene Fahrzeuge unterliegen keinen Beschränkungen bezüglich des Kilometerstandes und des Verschleißes. Zudem kann der Käufer selbst entscheiden, wie lange er die Verkehrs- und Transportmittel behalten beziehungsweise wann und für welchen Preis er sie weiterverkaufen will. Außerdem profitiert das Unternehmen als Eigentümer von steuerlichen Vorteilen im Rahmen der Abschreibung der Fahrzeuge.

Der Nachteil dieser Variante besteht darin, dass die Firma für Wartung und Instandhaltung, Fahrzeugsteuern und die Kfz-Versicherung selbst aufkommen und die damit verbundenen Formalitäten, Fristen und Termine eigenständig im Auge behalten muss.

Außerdem ist die Wertminderung nicht zu unterschätzen: Je nach Einsatzhäufigkeit und gefahrenen Kilometern kann der Wiederverkaufswert den Einkaufspreis deutlich unterschreiten.

Die Anschaffungskosten sind beim Kauf naturgemäß höher als beim Mieten. Vor allem Neufahrzeuge übersteigen die finanziellen Möglichkeiten vieler Unternehmen. Dafür bieten sie den Vorteil, dass die Käufer von einer guten Qualität und Langlebigkeit ausgehen können.

Wer Gebrauchte kauft, sollte unbedingt darauf achten, dass diese dem aktuellen Stand der Technik und der Sicherheit entsprechen. Ältere Fahrzeuge bergen nicht nur ein höheres Risiko für Ausfälle, es könnte auch sein, dass sie nicht die erforderlichen Abgasstandards einhalten, um in Umweltzonen einfahren zu dürfen.

 

Das Pro und Kontra zum Kauf:

  • Eigentum am Fahrzeug
  • Herstellergarantie
  • Fahrzeug kann nach Belieben eingesetzt oder verkauft werden
  • steuerliche Vorteile

 

  • Bindung von Kapital
  • Wertverlust
  • zusätzliche Kosten durch Wartung, Versicherung und Steuern

VOR- UND NACHTEILE GEMIETETER FAHRZEUGE

Im Grunde ähnelt das Mieten dem Leasen, nur dass hinsichtlich der Instandsetzung deutlich weniger Pflichten bestehen. Versicherungen und Wartungsarbeiten sind Sache des Vermieters. Mit der Zahlung der Mietkosten sind alle gewöhnlichen Abnutzungen der Fahrzeuge abgegolten.

Ob Wartung, Reparaturen, Haftpflichtversicherung oder Steuern – der Mieter braucht sich um nichts zu kümmern. Zudem besteht große Flexibilität bei den Laufzeiten. Wird ein Transporter oder Gabelstapler nicht mehr gebraucht, kann der Betrieb das Fahrzeug problemlos zurückgeben.

Wenn der Betrieb dagegen mehr Fahrzeuge oder eines mit größerer Leistung benötigt, lässt sich der Fuhrpark zu relativ geringen Kosten aufstocken. Fällt ein Transporter aus, sorgt das vermietende Unternehmen in aller Regel innerhalb kürzester Zeit für Ersatz.

Zudem sind seriöse Vermietungsfirmen darauf bedacht, ihren Kunden Fahrzeuge in bester Qualität und auf dem neuesten Stand der Technik zur Verfügung zu stellen. Um die Sicherheit der Mietfahrzeuge braucht sich der Mieter keine Sorgen zu machen. Die Langlebigkeit und der Wiederverkaufswert sind nicht von Bedeutung.

Ein möglicher Nachteil gemieteter Fahrzeuge besteht im Fehlen steuerlicher Abschreibungsvorteile. Diese kann nur der Fahrzeugeigentümer in Anspruch nehmen, also die Vermietungsfirma.

 

Das Pro und Kontra zum Mieten:

  • flexible Laufzeiten, kurzfristige Kündigungsmöglichkeiten
  • taggenaue Abrechnung
  • Wartung, Reparaturen Versicherung und Steuern sind Sache des Vermieters
  • Mobilitätsgarantie
  • kein Verwaltungsaufwand

 

  • kein steuerlicher Abschreibungsvorteil
  • kein Eigentum und Mitbestimmungsrecht am Fahrzeug
  • in der Regel teurer als Leasing
  • keine individuelle Fahrzeugausstattung

 

VOR- UND NACHTEILE GELEASTER FAHRZEUGE

Beim Leasing nutzt der Unternehmer neue oder gebrauchte Nutzfahrzeuge für einen vereinbarten Zeitraum und zahlt dafür eine Leasingrate. Der Unterschied zum Mieten besteht darin, dass der Leasingnehmer sämtliche Rechte, Pflichten und Risiken hat, die sonst beim Vermieter liegen. Kommt es zu einer Beschädigung oder fällt ein Fahrzeug aus, haftet der Nutzer.

Da in aller Regel neue Nutzfahrzeuge geleast werden, halten sich die Kosten für Instandhaltungen und Reparaturen meist in Grenzen. Außerdem existieren Vertragsvarianten, bei denen Instandsetzungen, vorbeugende Wartungsarbeiten, Unterstützung und Pannenhilfe bereits über die Leasingraten abgegolten sind.

Der Aufwand für die Fahrzeugbeschaffung entfällt ebenso wie die spätere Entsorgung. In einigen Fällen kann der Kunde am Ende des Leasingvertrages das Fahrzeug käuflich erwerben.

Das Leasing bietet steuerliche Vorteile, weil die Fahrzeuge im Eigentum des Leasinganbieters verbleiben und nicht in der Unternehmensbilanz der leasenden Firma auftauchen. Das wirkt sich positiv auf die Kreditlinie bei der Bank und auf die Liquidität aus. Daher ist diese Form der Überlassung auf Zeit vor allem für Logistik-Unternehmen mit wenig Eigenkapital interessant.

 

Das Pro und Kontra zum Leasing:

  • Schonung des Eigenkapitals/der Liquidität
  • Leasingraten sind Betriebsausgaben
  • Fuhrpark immer auf dem neuesten Stand
  • bei Kilometerverträgen kein Restwertrisiko

 

  • Anzahlung erforderlich
  • Nutzungseinschränkungen
  • Probleme bei der Rückgabe
  • Nachzahlungen

KAUFEN, MIETEN ODER LEASEN: NICHT NUR EINE FRAGE DER ANSCHAFFUNGSKOSTEN

Da jedes Unternehmen anderen Anforderungen unterliegt, lässt sich bezüglich der besten Variante der Fahrzeugbeschaffung keine pauschale Aussage treffen. Keinesfalls sollten bei der Entscheidung nur die Anschaffungskosten berücksichtigt werden.

Vielmehr gilt es, auch

  • Reparaturen,
  • Wartungsarbeiten,
  • Versicherungen,
  • Kfz-Steuern

und andere mit dem Fuhrpark in Verbindung stehende Ausgaben einzurechnen. Letztlich kommt es auf die individuellen finanziellen Möglichkeiten des Unternehmens, die genaue Einsatzart und die Auslastung des jeweiligen Fahrzeugs an.

Die Entscheidung für einen Kauf kann eine Firma langfristig belasten. Selbst wenn der Wertverlust bei Nutzfahrzeugen während des ersten Jahres weniger drastisch ausfällt als bei Pkw, wirkt er sich dennoch in den Betriebskosten aus. Durch die hohe Investition ist ein großer Teil des Unternehmenskapitals über einen langen Zeitraum gebunden. Das erschwert kurzfristige Änderungen der strategischen Ausrichtung der Firma.

Gleichzeitig lassen sich zukünftige Entwicklungen in der Logistikbranche nur schwer voraussagen, da sie von der sich ständig ändernden allgemeinen Wirtschaftslage abhängen. Darüber hinaus ist mit zunehmendem Fahrzeugalter ein immer höheres Risiko für Reparaturen und Ausfälle einzukalkulieren.

Beim Leasing legt sich das Unternehmen ebenso fest wie beim Kauf. Die zu Vertragsbeginn anfallende Sonderzahlung und die Leasingraten verringern langfristig die Liquidität der Firma. Zwar ist theoretisch eine vorzeitige Vertragsauflösung möglich, allerdings zu ungünstigen Konditionen. Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, vor Vertragsabschluss die einzelnen Angebote genau zu studieren und auch das Kleingedruckte zu lesen.

Unternehmen, die ihren Fuhrpark anmieten, entledigen sich damit einiger Kostenfaktoren. Da Reparaturen, Wartungen, Versicherungen und Inspektionen schon in der Miete enthalten sind, lässt sich die Fahrzeugflotte über eine Anmietung flexibel und kurzfristig erweitern.

Zudem ist es möglich, je nach Bedarf genau die Fahrzeuge auszuwählen, die für die aktuellen Transportaufgaben benötigt werden, und sich für einen geeigneten Mietzeitraum zu entscheiden. Eine Kurzzeitmiete für einige Tage ist ebenso möglich wie eine Langzeitmiete über Wochen, Monate oder sogar Jahre.

Wann ist der Kauf die sinnvollere Option?

Der Kauf von Neufahrzeugen ist insbesondere bei speziellen Ausstattungsanforderungen die beste Option. Für Transporter mit Sonderumbauten sind in aller Regel nur schwer Miet- oder Leasingangebote zu finden.

Finanziell schwächere Unternehmen, die gern etwas Eigenes hätten, können sich auf dem Gebrauchtfahrzeugmarkt umschauen. Allerdings werden wenige Jahre alte Nutzfahrzeuge aufgrund der großen Nachfrage oft noch zu recht hohen Preisen gehandelt. Wiederum können wirtschaftliche Dellen im Logistik-Bereich zu einem raschen Preisverfall führen.

Wer den Markt aufmerksam beobachtet, kann seine Flotte mit etwas Glück preisgünstig erweitern. Einzukalkulieren ist jedoch, dass sich die Wahrscheinlichkeit für Reparaturen und Ausfälle mit dem Fahrzeugalter und der Häufigkeit der Einsätze erhöht. Eine tägliche Nutzung und eine lange Lebensdauer lassen sich mit älteren Gebrauchten nur selten vereinbaren.

WANN IST ES BESSER, FAHRZEUGE ZU MIETEN?

Während sich das Kaufen eher für langfristige und häufige Einsätze rentiert, bietet sich das Mieten an, wenn Fahrzeuge nur einmalig oder für einen kurzen Zeitraum benötigt werden. Für den Mietfuhrpark spricht außerdem, dass sich die Anzahl der Fahrzeuge flexibel anpassen lässt, wenn sich die Auftragszahl erhöht oder verringert.

Eine Fahrzeugflotte kurzfristig durch einen Kauf zu erweitern, ist natürliche ebenfalls möglich. Allerdings schlägt die Eile meist mit höheren Kosten zu Buche, weil keine Zeit bleibt, auf günstige Angebote zu warten. Auch der Verkauf nicht mehr benötigter Fahrzeuge kann sich aufgrund des Wertverlustes als Kostenfalle erweisen.

Kurzzeitmiete bietet sich vor allem dann an, wenn Transporter oder Gabelstapler wegen einer Inspektion oder Reparatur für ein oder mehrere Tage nicht zur Verfügung stehen oder wenn unerwartet ein zusätzliches Fahrzeug benötigt wird. Langzeitmiete ist beispielsweise zu empfehlen, wenn die Zeitdauer eines laufenden Auftrags nur schwer abschätzbar ist oder dieser gekündigt werden könnte. In diesem Fall könnten Mietfahrzeuge jederzeit zurückgegeben werden.

In der Vergangenheit war Leasing üblicher als die Langzeitmiete. Es ist jedoch kaum möglich, sich aus einem Leasingvertrag zurückzuziehen, ohne hohe Entschädigungen leisten zu müssen. Stellt ein Unternehmen fest, dass ein geleastes Fahrzeug sich nicht so gut eignet, besteht für einige Jahre keine Austauschmöglichkeit.

Ein Mietvertrag ist in dieser Hinsicht deutlich flexibler. Zudem bieten die meisten Vermieter die Integration einer Klausel, die dem Mieter eine Mobilitätsgarantie zusichert. Ein Fahrzeugausfall aufgrund einer Panne lässt sich somit leicht kompensieren. Beim Leasing würden Zusatzkosten für ein Überbrückungsfahrzeug anfallen oder es würde tage- oder wochenlang ein wichtiges Element des Fuhrparks fehlen.

WANN LOHNT SICH LEASING?

Leasing kann sinnvoll sein, wenn sich die Nutzungsdauer realistisch definieren und der Nutzungsumfang gut abschätzen lässt. Zur Auswahl stehen das Kilometer- und das Restwertleasing. Bei Ersterem wird ein Kilometerstand vertraglich festgelegt, den das Fahrzeug während der Laufzeit nicht überschreiten darf. Bei Letzterem wird zu Beginn ein bestimmter Restwert fixiert, den das Fahrzeug nach Ende der Leasingzeit noch haben sollte.

Gegenüber der Langzeitmiete hat das Leasing die Nachteile, dass eine Anzahlung zu leisten ist und sich die Laufzeit weniger flexibel gestalten lässt. Aufgrund der höheren monatlichen Belastung bietet die Langzeitmiete allerdings nur bei Zeiträumen von maximal einem Jahr einen finanziellen Vorteil. Bei einem darüber hinaus gehenden Nutzungszeitraum ist das Leasing meist die günstigere Variante.

 

FAZIT: MIETE BIETET DIE GRÖSSTE FLEXIBILITÄT

Am Anfang der Fahrzeugbeschaffung steht immer eine genaue Bedarfsanalyse. Welche Fahrzeuge werden wie lange für welchen Zweck benötigt? Hinzu kommt die Frage nach der wahrscheinlichen Auslastung der einzelnen Kfz.

Die Antworten geben einen ersten Hinweis auf die passende Finanzierungsform des Unternehmensfuhrparks. Überdies spielen die monetäre Situation, Finanzierungsziele sowie relevante Steuervorgaben eine wichtige Rolle bei der Entscheidungsfindung.

Für zeitlich begrenzte Projekte ist die Miete für gewöhnlich die beste Option, da sie die größte Flexibilität bietet. Kräne beispielsweise benötigen die wenigsten Logistik-Unternehmen so häufig, dass sich der Kauf oder das Leasing lohnen würden. Zudem kann sich die Anmietung empfehlen, um verschiedene Fahrzeugmodelle vor einem Kauf auf die Eignung für das geplante Einsatzgebiet zu testen.

Unternehmen mit eigenem Fuhrpark müssen sich übrigens nicht zwingend für eine einzige Finanzierungsvariante entscheiden. Es ist beispielsweise durchaus möglich, Transporter zu leasen, Gabelstapler zu kaufen und Kräne zu mieten.

 

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